*** Höke´s Gesundheitsratgeber im Juli 2022 *** Wenn nicht nur die Sonne „brennt“

09. Juli 2022

Unser Tipp aus der Apotheke: Schnelle Hilfe für den übersäuerten Magen 🔥🥩🍺

Wer kennt es nicht? Nach einer langen Arbeitswoche blickt man dem Wochenende freudig entgegen und der eine oder andere von uns nutzt die freie Zeit gern für einen gemütlichen Grillabend mit Familie oder Freunden. Neben gutem Essen ist sicherlich auch mal ein kühles Bier dabei, wenn nicht sogar ein fruchtiger Cocktail. Was die Seele in diesem Moment höchst erfreut, kann den Magen allerdings ins Wanken bringen. Einige von uns kennen es, das Gefühl nach einer ausgiebigen Schlemmerei – Sodbrennen.

Alkohol, Fette, Fruchtsäuren oder würzige, als auch pikante Marinaden, sie alle sind bekanntlich daran beteiligt die Magensäureproduktion anzukurbeln. Es fängt meist mit einem Völlegefühl an, erstreckt sich über ein leichtes Ziehen im Bauchraum bis hin zum nächtlichen Aufstoßen, welches den Schlaf meist nicht mehr zulässt. Sodbrennen ist nicht nur ein lästiges Symptom, sondern auch ein wichtiges Warnsignal für den Körper. Häufigeres Sodbrennen kann die Ursache für Schäden der Speiseröhre oder Magenschleimhaut sein, welche stets von einem Mediziner untersucht werden sollten. Ignoriert man solche Symptome, kann es im schlimmsten Fall zu Magengeschwüren oder sogar Tumoren führen.

Leichtes Sodbrennen lässt sich in der Regel mit Milchprodukten, kieselerdehaltigen Präparaten oder Medikamenten zur Neutralisierung der Magensäure, sog. Antazida, behandeln. Sind die Beschwerden stärker, eignen sich Wirkstoffe aus der Klasse der Säurepumpenblocker (kurz PPI) besser in der Behandlung. Omeprazol und Pantoprazol sind hier die bekanntesten Vertreter. In der Selbstbehandlung kann man diese Arzneistoffe kurartig bis zum Verschwinden der Symptome aber maximal bis zu 14 Tagen ohne ärztlichen Rat anwenden. Dabei ist eine Dosierung von 20mg pro Tag angedacht. Eine Langzeitbehandlung in eigener Regie sollte allerdings ohne ärztliche Rücksprache vermieden werden, da die Substanzen auf Dauer zu einem Vitamin B12-Mangel führen können. Neben der Magensäure wird ebenfalls ein wichtiger Cofaktor - der „Intrinsic Factor“ gebildet, welcher für die Aufnahme des Vitamins wichtig ist. Außerdem wird in Fachkreisen bei Langzeitanwendung auch eine Begünstigung der Osteoporose diskutiert. 

Um eine optimale Wirkung zu erhalten, empfiehlt es sich, das Arzneimittel auf nüchternen Magen einzunehmen. Ist dies nicht möglich, kann das Mittel auch mit etwas leicht Saurem wie z.B. ein Glas Orangensaft eingenommen werden. Beschädigt man den Überzug der Tabletten kann dies einen Wirkverlust zur Folge haben. Fällt es dem Anwender schwer, Tabletten zu schlucken, ist es möglich, die auch im Handel erhältlichen Kapseln zu öffnen und z.B. in Apfelmus einzurühren. Wichtig ist nur, dass die Pellets, die den Wirkstoff enthalten – vergleichbar der Tablette - nicht zerbissen bzw. beschädigt werden. 

Beachtet man diese Anwendungshinweise, stellt die Arzneimittelgruppe der Säurepumpenblocker einen nützlichen Bestandteil der Hausapotheke dar und können dem Sodbrennen zuverlässig und schnell Einhalt gebieten sowie dem strapazierten Magen effektive Linderung verschaffen. 

Autor: Marcel Weiß, Apotheker